Freie Alternative Schule nach der Pädagogik des Reformpädagogen Célestin Freinet

Das pädagogische Konzept der Kinderschule Oberhavel in Kürze:

Wir möchten unseren Kindern ein Schulleben anbieten, das Freude macht,
wo man in offenen Unterrichtsformen individuell und motiviert lernen kann,
wo kindgerecht und lebensnah gelernt wird,
wo man staunen, probieren und sich zeigen kann,
wo Erwachsene Partner des Lernens sind,
wo Kinder Regeln mitentwickeln und deshalb akzeptieren,
wo Kinder ihre Arbeit organisieren lernen,
wo Eigenaktivität gross geschrieben wird,
wo Leistung positiv bewertet wird,
wo Naturverbundenheit und kreativer Ausdruck eine große Rolle spielen,
wo Klassengemeinschaft gelebt und reflektiert wird.

1.Arbeitstechniken

Ist eine Sammlung von Techniken, die sich im Laufe der Geschichte der Bewegung entwickelt haben und sich weiterentwickeln.
Z.B. Gesprächskreise (Morgenkreis, Präsentationskreis, Klassenrat)
Freiarbeit, Werkstattunterricht, Projektunterricht, Epochenunterricht, Dokumentensammlung, Arbeitsmaterial mit Selbstkontrolle, die Schuldruckerei, freier Ausdruck, freier Text, Korrespondenz, Schülerzeitung, freie Zeiteinteilung, Arbeitspläne ...

2.Die natürliche Methode der Lernprozesse

Es werden viele Arbeitssituationen entwickelt, die vom täglichen Leben der Kinder direkt ausgehen. Sie sind nicht allein typisch für Schule. So wie das Kind mit Eifer gehen und sprechen gelernt hat, wird es von sich aus weiterlernen und wachsen wollen. Die Motivation liegt im Kind und es hat auch seine eigene seiner Entwicklung gemäße Methode. Wir nutzen sie für das Lernen an unserer Schule:
Die Kinder lernen durch versuchsweises Herantasten, durch eigenes Experimentieren. Nicht was sie lernen ist anders, sondern wie sie lernen ist anders als an Regelschulen. Die Lerntechnik ist eine andere: jedes Kind arbeitet z.B. an einer selbst gewählten Aufgabe, die meist einen inhaltlichen Bezug zu einem eigenen Erlebnis hat. Handelt es sich hier um eine Rechenaufgabe wird es zunächst mit eigenen Mitteln und Ideen versuchen, sie zu lösen. Erst danach wird es mit der Erwachsenenmethode konfrontiert, die dann mit der eigenen verglichen werden kann. Durch dieses intensive Forschen, geht jedes Kind den ihm gemäßen Weg zum Lernziel. Das Kind arbeitet auf einem Abstraktionsniveau, das seiner Entwicklung entspricht und baut sein Wissen folgerichtig auf. Das Kind wird da abgeholt, wo es steht und nicht zu früh mit einem Abstraktionsniveau konfrontiert, das im natürlichen Reifeprozeß des Kindes wichtige Phasen überspringt und zu dauerhaften Verständnisschwierigkeiten führen kann.

3.Der Stellenwert des Werkzeugs


In der materialarmen Umgebung der Schule (Tafel, Hefte, Stifte) bekommt der Zugang zur Arbeit über das Werkzeug einen besonderen Stellenwert. Freinet sagt: "Wir würden nie sagen: Praktiziert die Methode des freien Textes, sondern: Verschafft Euch die Ausrüstung für die Schuldruckerei...Dann richtet ihr eure Unterrichtsarbeit auf die Aktivitäten aus, welche nun mit diesen Werkzeugen möglich geworden sind und wofür wir euch alle weiteren Hinweise geben können. Wir würden nie sagen: Praktiziert die lebendige Erforschung der Welt nach
der Methode der Interessenkomplexe, sondern: Stellt eine ausreichende Arbeitsbibliothek zusammen; bestückt eure Dokumentensammlung und führt sie immer weiter, organisiert Ausgänge und Besuche..."Die Werkzeuge sind materiell ( Druckerei, Tonband, Malwerkzeug, Dokumentation, verschiedene Ateliers)und sozial (Klassenkorrespondenz, Klassenrat, Verantwortlichkeiten für die Ateliers usw.)

4.Eine Pädagogik des Ereignisses

"Öffnen der Schule auf´s Leben hin" heißt, das Leben der Kinder - als Personen nicht als Schüler, die es zu belehren gilt - in den Unterricht einfließen lassen. Ein als störend empfundenes Ereignis, eines das den Informationsfluss durcheinanderbringt, kann in ein unterrichtswirksames Ereignis umgewandelt werden.
Ereignispädagogik bedeutet Empfänglichkeit für das Ereignis.
Empfänglichkeit setzt das Vorhandensein von Werkzeugen und aufnahmebereiten Menschen voraus. So braucht man das freie Gespräch, den freien Text, den Klassenrat. Denken und Wünschen der Kinder wird dabei sozialisiert. Bei der Besprechung trägt es zu einer gedanklichen Differenzierung und Vernetzung des Themas in der ganzen Klasse bei.

5.Die Kooperation

Eine Freinet-Klasse kann man mit einem Team vergleichen, wo Arbeiten gemeinsam ausgeführt werden,alle voneinander lernen können,jede(r) unterschiedliche Stärken und Schwächen haben darf,jede(r) unterschiedliche Rollen einnehmen darf...Die Verantwortung für sich selbst und das gemeinschaftliche Schulleben wird durch vieles geübt und erfahren (z.B. Klassenrat, Morgenkreis, Wandzeitung mit Lob und Kritik, Aufgaben bei der Pflege und der Gestaltung der Schulgegenstände)
Auf Rangordnungen und Noten wird gänzlich verzichtet. Dafür gibt es positive Einrichtungen, die den Verlauf der Arbeit und der Errungenschaften kontrollieren: durch Lehrer, Kinder und Eltern bewertete Arbeitspläne, Arbeitskarteien mit Selbstkontrolle, gegenseitige Rückmeldungen zur Arbeit, Präsentationen, Diplome usw.

6.Der ökologische Schwerpunkt

Lernen an und in der Natur ist ein zentraler Gesichtspunkt an unserer Schule.
Viel Zeit soll der Entdeckung der Natur in unserem Lebensumfeld gewidmet werden (Projekte, Ausflüge, Besuche, Gartenarbeit, Tierpflege etc.)
Wir können an Beispielen aus der Natur, die ein perfekter Baumeister ist, Ästhetik in Vollendung bietet, feinst aufeinander abgestimmte Lebensgemeinschaften vorführt, Anpassungsleistungen erbringt, alles zum Leben notwendige beinhaltet, eine Menge lernen, was in alle Lerngebiete hineinreicht.
Dabei ist es wichtig, die Zusammenhänge, das Zusammenspiel zwischen Mensch und Natur immer wieder erlebbar zu machen, damit die Verbundenheit der Kinder mit der Natur und ihre Achtung vor der Natur erhalten bleiben.
Konsequent erfahren die Kinder auch über das vollwertige Schulessen, was gesunde Ernährung heißt und bewirkt.


Kinderschule - Oberhavel - 16515 Oranienburg/Eden - Telefon 03301 / 204587